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Weihnachten in Malawi
Mein dünnes Hemd klebt schweißnass an meinem Oberkörper,über meinem Kopf rattern wackelig ein paar Ventilatoren, welche die bunten Toilettenpapiergirlanden sanft zum schaukeln bringen. Neben mir drängen sichebenso verschwitzte Malawier. „Zum Glück hat es nicht geregnet, sonst wäre die Luft noch stickiger!“ denke ich. So erlebte ich den Beginn meines ersten Gottesdienstes am Heiligabend in Malawi.

Das hört sich nicht nach der bekannten Weihnachtsidylle an,wo sind die Mützen, Schals, der Atem, den man vor Kälte beim Singen der Kirchenlieder sehen kann?
 
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Ambulante Behandlung eines Jungen
Ambulante Behandlung eines Jungen
Aus dem Album: Malawi 2006
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Wir leisten Entwicklungshilfe in Malawi im Bereich der Augenoptik im Sinne der "Hilfe zur Selbsthilfe" mit dem Ziel der Unabhängigkeit dieses Projekts.

 
Gedanken zu unserem Malawi-Projekt Drucken

Hallo Freunde und Unterstützer unseres Vereins,

heute möchte ich Euch einfach einige persönliche Gedanken über unser gemeinsames Projekt
mitteilen.
Unser Verein besteht seit ca. 8 Monaten. Die ersten Brillen wurden 2001 /2002 in unserer Werkstatt in Malawi gefertigt. Seit dieser Zeit geben wir im Schnitt 3 Brillen pro Tag an unsere Kunden ab (Neubrillen oder Gebrauchtbrillen). Das sind pro Jahr ungefähr 800 Brillen – bis heute ca. 4800 Brillen. Einem Einheimischen ermöglichen wir die Ausbildung zum anerkannten Augenoptiker, dem wahrscheinlich ersten Malawianer, der diesen Abschluss hat.
Um dieses zu erreichen haben wir bisher insgesamt ca.30 000 € investiert. Darin beinhaltet
sind Transportkosten und zum Teil Anschaffungskosten für Maschinen, Gläser, Brillen, opt. Geräte, Computer… außerdem wird Uli, unser deutscher Optiker vor Ort, mit 500.-€ / Monat 
unterstützt.

Wenn wir diese 30 000 € durch die Anzahl der Brillen dividieren kommen wir auf  6,25 €  pro abgegebene Brille. Dies entspricht ungefähr unserem Abgabepreis einer durchschnittlichen Brille in Malawi.
Außerdem haben wir noch einige tausend Gläser, Brillen und Fassungen gelagert. Das heißt: wir haben einen geschätzten Finanzeinsatz von 2,- € pro Brille.
Aus diesem Grund können wir sehr stolz auf uns sein, da wir unseren Grundsatz „Hilfe zur Selbsthilfe“ erfüllen.
Unseren geplanten Neubau werden wir aller Voraussicht nach bis Ende 2008 abgeschlossen haben. Ab diesem Zeitpunkt sind keine größeren finanziellen Investitionen mehr zu tätigen. (ausgenommen Instandhaltung und anfallende Reparaturen bzw. Transportkosten)
Das heißt dieses Projekt wird kostendeckend arbeiten!!

Manchen erscheinen 3 Brillen pro Tag als sehr wenig,  aber 4800 Menschen seit 2001 zum Sehen zu verhelfen ist bei diesen , nicht leichten Voraussetzungen, immerhin ein zufriedenstellendes Ergebnis. Was jedoch bedeutet, dass es unserem Verein ein großes Ziel sein muß, diese Verkaufsmenge zu steigern. Wir dürfen dabei auch nicht vergessen: Wir haben uns dafür entschieden, die Brillen zu VERKAUFEN und nicht zu verteilen. Ganz bewusst, um uns mit den Menschen dort auf gleicher Augenhöhe zu treffen. Das ist für die bisherigen Erfahrungen der Afrikaner mit westlichen Unterstützungsprojekten keine alltägliche Sache. Es ist bei dieser Betrachtung immer wichtig, die Dinge auch zum Teil aus der Perspektive des Landes zu sehen. Selbst kleine Schritte sind auf einem Kontinent wie Afrika von großer Bedeutung. Würde jede Aktivität innerhalb der Entwicklungshilfe ausschließlich mit unserer „westlichen Brille“ gesehen werden, dann müsste man Afrika und die Menschen dort komplett aufgeben. Darüber zu befinden, ist letzenendes eine Entscheidung, die jeder mit sich selbst ausmachen und treffen muß. Wir haben uns bislang  dafür entscheiden unseren, wenn auch kleinen Beitrag (in Anbetracht der vielen Probleme in diesem Kontinent) zu leisten und hoffen auf viele Menschen, die das ebenso tun.

Mit dem Neubau wird sich meiner Meinung nach die Anfrage nach Brillen verdoppeln, weil die momentan sehr kleinen räumlichen Verhältnisse nicht ausreichen (Verkauf im Flur), zusätzlich häufiger belegt sind (Not-OP) und außerdem in einem „vestecktem“ Bereich des St.Annes Hospital liegen.
Viele Menschen in Malawi können durch unsere Hilfe deutlich Sehen, Schulkinder können einen Schulabschluss erlangen, den sie anders vielleicht nicht schaffen würden,  Fahrer und Fußgänger sind sicherer …

Wenn wir durch unsere Hilfe einige Menschen glücklicher machen oder vielleicht sogar  einen Unfall abwenden konnten, hat sich unser Einsatz bereits jetzt gelohnt….


Liebe Grüße
Martin Mütsch

 
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